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Spiele, Papier und Bastelnkostenlos

Recyclingpapier-Werkstatt

Aus 50 g Altpapier, Wasser und einem Schöpfrahmen mit Tüll entstehen 10–15 handgeschöpfte Papierbögen in Postkartengröße (15 × 11 cm), in die du Blütenblätter, Fäden oder Samen einarbeiten kannst.

Schwierigkeit★★★☆☆
Alter7–12 Jahre (5–6 mit einem Erwachsenen, der Mixer und Schöpfrahmen bedient)
Zeit15 min am Vortag (Einweichen) + 75–90 min Werkstatt + 24 h Trockenzeit
Hilfe durch ErwachseneHoch beim Zerkleinern (Mixer) und mittel beim Bau des Schöpfrahmens (Tacker) und beim optionalen Bügeln.
EndgrößeBögen von ≈ 150 × 110 mm (Postkartengröße) und 0,3–0,6 mm Dicke; Schöpfrahmen 190 × 150 mm
Recyclingpapier-Werkstatt

Was das Kind lernt

  • Dass Papier ein Netz aus Zellulosefasern ist, die sich im Wasser lösen und beim Trocknen wieder verbinden (Wasserstoffbrücken).
  • Dass Filtern Feststoffe (Fasern) von einer Flüssigkeit (Wasser) trennt und dass die Menge Faserbrei im Wasser die Dicke des Bogens bestimmt.
  • Dass Papierrecycling Bäume, Wasser und Energie spart und dass die Faser bei jedem Recycling kürzer wird.
  • Einen Ablauf in Etappen (Einweichen, Zerkleinern, Schöpfen, Pressen, Trocknen) zu befolgen und dabei die Mengen zu kontrollieren.

Vorher vorbereiten

  • Am Abend vorher: Reiß 50 g Papier in Stücke von 2–3 cm und weiche sie in 1 L warmem Leitungswasser ein.
  • Bau Schöpfrahmen (Rahmen + straffer Tüll) und Deckelrahmen vor der Werkstatt; wenn sie aus Pappe sind, muss das Klebeband an allen Kanten gut haften.
  • Deck den Tisch mit Folie oder einer alten Tischdecke ab und richte den Pressplatz ein: gefaltetes Handtuch + Zeitung + Schwammtücher.
  • Stell einen Eimer bereit, damit nichts in die Spüle kommt.
  • Such einen ebenen Platz zum Trocknen für 24 h (Wäscheständer mit Klammern oder auf trockener Zeitung).

Materialien und Werkzeuge

  • Altpapier — 50 g (≈ 10 A4-Blätter oder 2 Doppelseiten Zeitung)
    bedruckte A4-Blätter, Zeitung, Fotokarton ohne Kunststoff; KEIN glänzendes Zeitschriftenpapier, kein beschichtetes Papier und keine Kassenbons
  • Leitungswasser — ≈ 6 Liter
    1 L zum Einweichen und 4–5 L in der Wanne (etwa 5–7 cm hoch in einer Wanne von 30 × 25 cm)
  • Bilderrahmen aus Holz — 2 gleiche
    aus Holz, ohne Glas und Rückwand, außen etwa 19 × 15 cm und mit einer Öffnung von etwa 15 × 11 cm (einer bekommt Tüll: Schöpfrahmen; der andere bleibt ohne Tüll: Deckelrahmen). Wenn deine etwas andere Maße haben, gehen sie genauso: Die Bögen werden so groß wie die Öffnung, und der Tüll wird auf jeder Seite 2 cm größer als der Rahmen zugeschnitten
  • Tüll oder Fliegengitter — 1 Stück 23 × 19 cm
    feines Gewebe mit 1–2 mm Maschen (Kostümtüll, Gardinenstoff, feine Strumpfhose)
  • Wanne oder Schüssel — 1
    mindestens 30 × 25 cm Bodenfläche und 10 cm hoch (der Schöpfrahmen muss flach hineinpassen)
  • Schwammtücher — 6–10
    Schwammtücher (z. B. Vileda) oder glatte Baumwolltücher von ≈ 25 × 20 cm (eins pro Bogen)
  • Alte Handtücher und Zeitungen — 2 Handtücher + 1 Zeitung
    um das Wasser unter den Tüchern aufzusaugen
  • Schwamm — 1
    Spülschwamm, sauber, ohne Scheuerseite
  • Blütenblätter, Fäden oder Samen — 1 Handvoll
    getrocknete Blütenblätter, Wollfäden, Konfetti aus Seidenpapier, kleine Samen (Mohn, Radieschen)
  • Bastelkleber (Weißleim, optional) — 1 Teelöffel (5 ml)
    in der Wanne aufgelöst, damit man darauf schreiben kann, ohne dass die Tinte verläuft
  • Tackerklammern oder Reißzwecken und Packband — ≈ 20 Klammern
    um den Tüll straff auf den Rahmen zu spannen

Werkzeuge

  • Standmixer (Behälter 1,5 L oder größer) — das eingeweichte Papier portionsweise zerkleinern (bei kleinerem Behälter Portionen mit 500 ml Wasser) Erwachsene
  • Tacker (Handtacker oder aufgeklappter Bürotacker) — den Tüll straff am Rahmen befestigen Erwachsene
  • Nudelholz — die Bögen zwischen den Tüchern pressen
  • Großes Sieb — am Ende den restlichen Faserbrei auffangen
  • Küchenwaage — die 50 g Papier abwiegen
  • Bügeleisen (optional) — schneller trocknen und glätten, mit einem Tuch darüber Erwachsene

Teile und Vorlagen

  • A · Papprahmen (Schöpf- und Deckelrahmen) ×4 — Wellpappe 3–4 mm, mit Packband umwickelt
  • B · Tüll für den Schöpfrahmen ×1 — Tüll oder Fliegengitter, Maschen 1–2 mm
  • C · Kartenvorlage (optional) ×1 — Papier

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Schritt für Schritt

  1. Wiege und weiche ein

    Wiege 50 g Altpapier ab, reiß es in Stücke von 2–3 cm und lass es über Nacht (mindestens 2 Stunden) in einer Schüssel mit 1 Liter warmem Leitungswasser.

    50 g≈ 10 A4Altpapier
    1 Wiege 50 g Altpapier ab (etwa 10 A4-Blätter)
    2–3 cm
    2 Reiß es mit der Hand in Stücke von 2–3 cm, ohne Schere
    1 L warmes Wasserüber Nacht(mind. 2 h)
    3 Über Nacht in 1 L warmem Wasser einweichen
    Tipp: Reißen mit der Hand ist besser als Schneiden mit der Schere: Die Fasern bleiben länger.
  2. Bau den Schöpfrahmen Erwachsene

    Leg den Tüll (23 × 19 cm) auf die flache Seite des Rahmens, sodass auf jeder Seite 20 mm überstehen. Schlag diese 20 mm nach hinten um und tackere sie fest: zuerst in der Mitte jeder Seite, dann zu den Ecken hin, und zieh den Tüll dabei jedes Mal straff.

    ATüll BTüll B 230 mmRahmen A 190 mm20
    1 Leg Tüll B auf die flache Rahmenseite: 20 mm Überstand je Seite
    1234von hinten
    2 Hinten erst die Mitte jeder Seite tackern, dann zu den Ecken
    Astraff wieeine Trommel
    3 Tipp darauf: Er muss klingen, nicht nachgeben und faltenfrei sein
    Prüfe: Wenn du mit dem Finger auf den Tüll tippst, muss er klingen und darf nicht nachgeben; keine Falten.
  3. Zerkleinere den Faserbrei Erwachsene

    Gib eine Handvoll eingeweichtes Papier (ein Viertel der Gesamtmenge) mit 750 ml Wasser in den Mixer (Behälter 1,5 L oder größer, damit er nicht mehr als halb voll ist) und mix in Stößen von 10 Sekunden insgesamt 30–40 Sekunden lang. Wiederhole das in 4 Portionen. Wenn dein Behälter kleiner ist, nimm 500 ml Wasser und mach 6 Portionen.

    ¼ Papier750 ml
    1 Ein Viertel des Papiers und 750 ml Wasser in den Behälter
    10 s × 430–40 s× 4 Portionen
    2 Mit Deckel in Stößen von 10 s mixen (insgesamt 30–40 s)
    FaserwolkeStücke: weitermixen
    3 Ein Tropfen im Wasserglas: nur eine Wolke, keine Stücke
    Prüfe: Gibst du einen Tropfen Faserbrei in ein Glas Wasser, dürfen keine Papierstücke zu sehen sein, nur eine Faserwolke.
  4. Füll die Wanne

    Gieß den Faserbrei in die Wanne und gib Wasser dazu, bis es etwa 4–5 Liter sind: In einer Wanne von 30 × 25 cm sind das etwa 5–7 cm Höhe, genug, damit Schöpf- und Deckelrahmen flach gelegt bedeckt sind. Rühr mit der Hand um. Wenn du später darauf schreiben willst, lös 1 Teelöffel Bastelkleber darin auf.

    ganzer Brei
    1 Gieß den ganzen zerkleinerten Faserbrei in die Wanne
    4–5 Liter+ 1 TL Kleber(optional)
    2 Auf 4–5 Liter auffüllen und mit der Hand gut umrühren
    dünne Suppe+ Breiwie MilchwässrigPüree+ Wasser
    3 Anpassen: dünne Suppe, mehr Brei; Püree, mehr Wasser
    Tipp: Wenn der Faserbrei wie eine sehr dünne Suppe aussieht, gib mehr dazu; wenn er wie Püree ist, gib Wasser dazu.
  5. Schöpf den ersten Bogen

    Rühr um, leg den Deckelrahmen auf den Schöpfrahmen (Tüll nach oben) und halte beide zusammen fest. Tauch sie hochkant an der entfernten Seite ein, dreh sie unter Wasser, bis sie waagerecht liegen, und heb sie langsam und gerade heraus.

    Deckel (ohne Tüll)Schöpfr.: Tüll obenSeite
    1 Deckelrahmen auf den Schöpfrahmen, beide zusammen festhalten
    ferne Seitedu
    2 Hochkant an der fernen Seite eintauchen, unter Wasser drehen
    Brei 2–3 mm
    3 Langsam und gerade heben: eine gleichmäßige Schicht Brei bleibt
    Prüfe: Beim Herausheben muss auf dem Tüll eine gleichmäßige Schicht Faserbrei von 2–3 mm liegen, aus der Wasser abläuft.
  6. Lass abtropfen und verziere

    Halte den Schöpfrahmen 20–30 Sekunden waagerecht über die Wanne und beweg ihn sanft vor und zurück, damit sich die Fasern verflechten. Nimm den Deckelrahmen vorsichtig ab. Jetzt kannst du Blütenblätter oder Fäden darauflegen.

    20–30 s
    1 20–30 s waagerecht halten und leicht vor und zurück bewegen
    Deckel
    2 Nimm den Deckelrahmen vorsichtig nach oben ab
    3 Leg Blütenblätter, Fäden oder Samen auf den Faserbrei
    Tipp: Wenn die Schicht Löcher hat oder zu dick ist, tauch ihn wieder in die Wanne und wiederhole: Der Faserbrei löst sich von selbst.
  7. Leg den Bogen aufs Tuch

    Leg ein feuchtes, glattes Schwammtuch auf das Handtuch. Dreh den Schöpfrahmen um und leg ihn kopfüber in einer einzigen festen Bewegung auf das Tuch: zuerst eine Kante, dann den Rest.

    Handtuchfeuchtes Tuch
    1 Leg ein feuchtes, glattes, gut gespanntes Tuch aufs Handtuch
    erst eine KanteBrei unten
    2 Umdrehen und zuerst eine Kante auf das Tuch setzen
    3 Den Rest in einer einzigen festen Bewegung absenken
  8. Drück mit dem Schwamm aus

    Drück den Schwamm bei kopfüber liegendem Schöpfrahmen auf der ganzen Fläche auf den Tüll und wring ihn im Eimer aus. Wiederhole das 3–4-mal, bis nur noch wenig Wasser kommt.

    1 Drück den Schwamm auf der ganzen Fläche auf den Tüll
    × 3–4
    2 Im Eimer auswringen und 3–4-mal wiederholen
    Bogen auf dem Tuch
    3 Ecke anheben: Der Bogen muss auf dem Tuch bleiben
    Prüfe: Heb eine Ecke des Schöpfrahmens an: Der Bogen muss am Tuch kleben bleiben, nicht am Tüll.
  9. Heb den Schöpfrahmen ab

    Heb den Schöpfrahmen langsam ab, an einer Seite beginnend. Wenn eine Ecke am Tüll hängen bleibt, drück an dieser Stelle noch einmal mit dem Schwamm und versuch es erneut.

    langsam
    1 Heb den Rahmen langsam ab, an einer Seite beginnend
    hier drückenund wiederh.
    2 Bleibt eine Ecke am Tüll, drück sie noch mal mit dem Schwamm an
    150 mm110
    3 Der ganze Bogen liegt auf dem Tuch
  10. Staple und presse

    Deck den Bogen mit einem weiteren Tuch ab und schöpf den nächsten darauf (bis zu 6–8 Bögen im Stapel). Leg ein Brett oder ein Tablett darauf und darauf 3–4 dicke Bücher für 10 Minuten, oder roll mit Druck mit dem Nudelholz darüber.

    noch ein Tuchbis zu 6–8Bögen
    1 Deck den Bogen mit einem Tuch ab und schöpf den nächsten darauf
    10 minBrett
    2 Brett und 3–4 dicke Bücher darauf, 10 Minuten lang
    3 Oder roll mit Druck mit dem Nudelholz darüber
  11. Lass trocknen

    Nimm jedes Tuch mit seinem Bogen einzeln ab und häng es mit Klammern auf oder leg es flach auf trockene Zeitung. Nach 24 Stunden ziehst du den Bogen an einer Ecke vom Tuch ab.

    oder flach auf Zeitung
    1 Häng jedes Tuch mit Bogen auf oder leg es flach auf Zeitung
    24 h
    2 Nach 24 h den Bogen an einer Ecke abziehen
    ≈ 150 mm1100,3–0,6 mm dick
    3 Trockener Bogen: etwa 150 × 110 mm, fertig zum Benutzen
    Tipp: Für eine ganz glatte Seite klebst du den feuchten Bogen auf eine Fliese oder eine Fensterscheibe: Beim Trocknen löst er sich von selbst.
  12. Räum die Reste auf

    Gieß das Wasser aus der Wanne durch das Sieb: Den restlichen Faserbrei drückst du aus, formst ihn zu Kugeln und legst ihn für ein andermal ins Gefrierfach oder wirfst ihn in die Biotonne. Das abgesiebte Wasser darf in den Abfluss.

    1 Gieß das Wannenwasser durchs Sieb über dem Eimer ab
    GefrierfachBiotonne
    2 Brei zu Kugeln formen: ins Gefrierfach oder in die Biotonne
    Wasser gesiebtBrei: verstopft
    3 Abgesiebtes Wasser darf in den Abfluss, Faserbrei nie

Funktioniert es? Der Test

Prüfe jeden Bogen, wenn er trocken ist: Dicke (falten und auf die Kante schauen), ob man mit Filzstift darauf schreiben kann, ob er beim Falten reißt und wie viel er wiegt.

Was passieren soll: Bögen von ≈ 150 × 110 mm, 0,3 bis 0,6 mm dick und je 2–4 g schwer (≈ 120–240 g/m², wie dünner Fotokarton). Aus Zeitung werden sie grau und etwas brüchig, aus A4-Blättern weiß und fester. Mit Kleber in der Wanne kann man mit Filzstift darauf schreiben, ohne dass es verläuft.

Wenn etwas nicht klappt

  • Der Bogen hat Löcher — Zu wenig Faserbrei im Wasser oder schräg herausgehoben. Lösung: Gib mehr Faserbrei dazu (noch eine zerkleinerte Handvoll) und heb den Schöpfrahmen genau waagerecht heraus.
  • Der Bogen bleibt am Tüll kleben — Nicht genug ausgedrückt oder das Tuch war trocken. Lösung: Nimm ein feuchtes Tuch, drück fester mit dem Schwamm und heb den Schöpfrahmen ganz langsam ab.
  • Er reißt beim Abziehen — Er ist noch feucht oder zu dünn. Lösung: Warte, bis er ganz trocken ist (24–48 h), oder mach dickere Bögen, indem du zweimal schöpfst.
  • Er wellt sich beim Trocknen — Ungleichmäßiges Trocknen. Lösung: Trockne ihn, wenn er fast trocken ist, flach unter einem Buch zwischen zwei Papieren, oder bügle ihn mit einem Tuch darüber.
  • Die Tinte verläuft beim Schreiben — Handgeschöpftes Papier saugt wie Löschpapier. Lösung: Gib 1 Teelöffel Bastelkleber in die Wanne oder streich den trockenen Bogen mit Wasser und Kleber (1:10) ein.
  • Der Papprahmen wird weich — Wasser ist an den Kanten eingedrungen. Lösung: Umwickle ihn komplett mit Packband, auch die Kanten, oder nimm einen Holzrahmen.

Sicherheit

  • Den Mixer bedient nur ein Erwachsener, mit aufgesetztem Deckel und ohne jemals bei eingestecktem Gerät mit der Hand oder Besteck hineinzugreifen. Füll ihn höchstens bis zur Hälfte (bei 750 ml Wasser braucht es einen Behälter von 1,5 L oder größer) und mit viel Wasser, damit der Motor nicht überlastet wird.
  • Nasser Boden ist rutschig: Arbeite mit Handtüchern darunter und wisch jede Pfütze auf.
  • Verwende keine Kassenbons (enthalten Bisphenol) und keine Hochglanzzeitschriften; wasch dir am Ende die Hände, wenn du Zeitung benutzt.
  • Kipp den Faserbrei nicht in die Spüle: Er verstopft die Rohre.
  • Das Bügeleisen (optional) ist heiß: Es benutzt ein Erwachsener, mit einem Tuch zwischen Bügeleisen und Bogen.

Die Wissenschaft dahinter

Für die Kinder

Papier besteht aus ganz feinen Fädchen, die von Bäumen stammen. Man nennt sie Fasern. Wenn wir es nass machen und mixen, lösen sich die Fädchen und schwimmen im Wasser wie winzige Nudeln. Wenn du den Rahmen herausholst, lässt der Tüll das Wasser durch, fängt aber die Fädchen auf, die sich miteinander verheddern. Beim Trocknen halten sich die Fädchen aneinander fest und werden wieder zu Papier: einem neuen Papier, das du selbst gemacht hast!

Für Erwachsene

Papier ist ein Netz aus Zellulosefasern (einem Glukosepolymer) von 1–3 mm Länge und 20–40 µm Dicke. Im trockenen Zustand werden die Fasern durch Wasserstoffbrücken zwischen den –OH-Gruppen der Zellulose zusammengehalten. Wasser löst diese Bindungen und die Fasern trennen sich; das Zerkleinern „fibrilliert“ sie zusätzlich (es fasert ihre Oberfläche auf), was die Kontaktfläche vergrößert. Beim Schöpfen wirkt der Tüll als Filter: Er hält die Fasern zurück und lässt das Wasser durch. Beim Pressen und Trocknen zieht die Oberflächenspannung des verdunstenden Wassers die Fasern zusammen, und es bilden sich wieder Wasserstoffbrücken: Klebstoff ist nicht nötig. Das Flächengewicht hängt von der Konzentration des Faserbreis (≈ 1 % = 10 g Fasern pro Liter) und von der Wasserhöhe ab, die der Schöpfrahmen zurückhält. Zeitungspapier hat kurze Fasern aus Holzschliff (mit Lignin, das vergilbt) und ist bereits recycelt, deshalb ergibt es schwächere und grauere Bögen als A4-Blätter aus Zellstoff. Jeder Recyclingkreislauf kürzt die Fasern: Papier lässt sich nur 5–7-mal recyceln. Der Bastelkleber wirkt als „Leimung“: Er verschließt die Poren, damit sich die Tinte nicht durch Kapillarwirkung ausbreitet. Das Recycling von 1 Tonne Papier spart größenordnungsmäßig 15–17 Bäume, Zehntausende Liter Wasser und etwa die Hälfte der Energie, die für neues Papier nötig wäre.

  • Zellulose: Pflanzenstoff, aus dem Papier gemacht wird.
  • Faser: sehr feines, langes Fädchen.
  • Faserbrei: Mischung aus aufgelösten Papierfasern in Wasser.
  • filtern: Festes mit einem Netz oder Sieb von Flüssigem trennen.
  • Flächengewicht: was ein Quadratmeter Papier wiegt; zeigt, ob es dünn oder dick ist.

Nach Alter

  • 5–7 Jahre: Der Erwachsene zerkleinert und schöpft die ersten Bögen; das Kind reißt das Papier, rührt in der Wanne, drückt mit dem Schwamm und verziert mit Blütenblättern. Im Mittelpunkt steht: „Das Papier löst sich auf und entsteht neu.“
  • 8–10 Jahre: Sie schöpfen und legen die Bögen selbst ab, probieren Zeitung und A4-Blätter aus und führen die Liste. Lass sie herausfinden, warum die Bögen am Ende dünner werden.
  • 11–12 Jahre: Sie berechnen das Flächengewicht (Gewicht ÷ Fläche: 2,5 g ÷ 0,0165 m² ≈ 150 g/m²), vergleichen die Festigkeit und entwerfen ein Produkt: Karten mit Samen, Umschläge oder ein genähtes Heft.

In der Gruppe oder in der Klasse

4 Stationen, mit einem Erwachsenen an der Mixstation: 1) Zerkleinern (Erwachsener, macht Faserbrei für alle), 2) zwei Wannen zum Schöpfen mit je 2 Schöpfrahmen, 3) Presstisch mit Schwammtüchern und Büchern, 4) Verzieren und Wäscheständer. Gruppen von 5–6 Kindern wechseln alle 15 min; jedes Kind schöpft 2 Bögen. Für 25 Kinder: 300 g Papier, seit dem Vortag eingeweicht, 4 Schöpfrahmen, 50 Schwammtücher oder Baumwollreste, 4 Eimer für Reste. Dauer 75–90 min + 15 min Aufräumen.

Challenges

  • Stelle eine Glückwunschkarte mit Samen her, die man einpflanzen kann.
  • Mach ein Wasserzeichen: Näh oder kleb ein Motiv aus dickem Faden auf den Tüll und schöpf einen Bogen: Das Motiv wird dünner und ist gegen das Licht zu sehen.
  • Schaffe den dünnstmöglichen Bogen, der sich noch ganz abziehen lässt.
  • Binde ein mit Faden genähtes Heft aus 8 Bögen.

Weitere kostenlose Projekte

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