Knautschball aus Luftballons
Ein weicher Ball von etwa 7 cm aus zwei Latexballons und 250 ml Mehl: Man kann ihn zerdrücken und ziehen, und er wird von selbst wieder rund, weil das elastische Gummi die Körnchen an ihren Platz zurückschiebt.
Was das Kind lernt
- Was ein elastisches Material ist (Latex): Es dehnt sich, wenn man Kraft ausübt, und nimmt beim Loslassen wieder seine Form an.
- Dass sich ein Pulver (körniges Material) mal wie ein Feststoff und mal wie eine Flüssigkeit verhält: Es fließt, wenn man drückt, und bleibt still, wenn man loslässt.
- Dass Luft Platz braucht: Wenn man sie vor dem Verknoten nicht herauslässt, wird der Ball hart und lässt sich nicht formen.
- Volumen abzumessen (250 ml) und Füllungen fair zu vergleichen, indem man immer nur eine Sache ändert.
Vorher vorbereiten
- Am Vortag: Spül Flasche und Trichter aus und lass sie 24 h kopfüber trocknen. Prüfe innen, dass keine Tropfen mehr da sind.
- Frag, ob jemand eine Latexallergie hat. Wenn ja, nimm latexfreie Ballons (aus Nitril/TPE) oder mach das Projekt nicht.
- Deck den Tisch mit Zeitung ab oder arbeite in einem Backblech.
- Wenn du keinen Trichter hast, druck Vorlage A mit 100 % aus und bau ihn vorher zusammen.
- Leg 3 Ballons pro Kind bereit (einer als Ersatz): Es ist normal, dass beim Dehnen mal einer platzt.
Materialien und Werkzeuge
- Latexballons — 2 pro Ball (+ 1 optional für eine dritte Schicht) und 2 als Ersatz kaufen
rund, aufgeblasen 30 cm (12") Durchmesser, normales Latex (keine Folien- oder Modellierballons) - Weizenmehl — 250 ml (≈ 135 g) pro Ball
normales Mehl, trocken und ohne Klümpchen - Kunststoffflasche — 1
500 ml, Wasserflasche, Standardöffnung 28 mm, SAUBER UND TROCKEN (24 h) - Trichter — 1
Küchentrichter, der in die Flaschenöffnung passt - Wasserfester Filzstift — 1–2
feine oder mittlere Spitze, schwarz (z. B. Edding oder Sharpie) - Messbecher — 1
um 250 ml Mehl abzumessen - Papiertaschentücher — 2
um die Ballonöffnung beim Luftablassen abzudecken
Werkzeuge
- Schere — den Hals des zweiten Ballons abschneiden
- Tablett oder Zeitung — darauf arbeiten, um herunterfallendes Mehl aufzufangen
- Löffel — dem Mehl durch den Trichter helfen
Teile und Vorlagen
- A · Papiertrichter (wenn du keinen hast) ×1 — Fotokarton 160–200 g/m² oder doppeltes 80-g-Papier
- B · Gesichterideen (Vorlage zum Abmalen) ×1 — Papier
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100 % digital: Du druckst die Vorlagen zu Hause aus und baust mit Karton. Wir verschicken nichts.
Schritt für Schritt
Miss das Mehl ab
Steck den Trichter in die trockene 500-ml-Flasche und füll 250 ml Mehl (eine Tasse) ein, mit dem Löffel, falls es stockt. Das Mehl soll die Flasche bis zur Hälfte füllen.
1 Steck den Trichter in die Flasche und füll den Messbecher bis 250 ml 2 Schütte das Mehl durch den Trichter; hilf mit dem Löffel nach, wenn es stockt 3 Das Mehl reicht bis zur Hälfte, der Hals bleibt sauber Prüfe: Der Flaschenhals muss sauber und ohne Klümpchen sein.Tipp: Klopf die Flasche leicht auf den Tisch, damit das Mehl nach unten rutscht und nicht im Hals hängen bleibt.Mach den ersten Ballon weich
Blas Ballon 1 auf etwa 20 cm auf und lass die Luft wieder heraus. Wiederhole das 2-mal: Das Gummi wird weicher und dehnt sich danach besser über die Flasche und beim Füllen mit Mehl.
1 Blas Ballon 1 auf etwa 20 cm Durchmesser auf 2 Lass die Luft raus und wiederhole es 2-mal: Das Gummi wird weich Blas den Ballon halb auf
Blas Ballon 1 auf etwa 15 cm Durchmesser auf (wie eine Grapefruit) und kneif den Hals mit den Fingern zu, damit keine Luft entweicht. Nicht verknoten.
1 Blas Ballon 1 auf etwa 15 cm auf, wie eine Grapefruit 2 Kneif den Hals zu, damit keine Luft entweicht; nicht verknoten Tipp: Wenn es dem Kind schwerfällt, ihn aufzublasen, nimm eine Ballonpumpe.Steck den Ballon auf die Flasche
Halte den Hals weiter zugekniffen, dehne die Ballonöffnung und zieh sie über das Flaschengewinde, bis sie 1 cm weit unten sitzt. Lass jetzt los: Der Ballon bleibt etwas aufgebläht auf der Flasche.
1 Halte den Hals zugekniffen und führ die Ballonöffnung zum Gewinde 2 Dehne die Ballonöffnung und zieh sie 1 cm über das Gewinde 3 Lass los: Der Ballon bleibt etwas aufgebläht und geht nicht ab Prüfe: Der Ballon muss aufgeblasen bleiben (mindestens Ø 10 cm) und gut festsitzen: Zieh sanft daran, er darf nicht abgehen.Füll das Mehl in den Ballon
Dreh die Flasche um, sodass der Ballon unten ist. Drück die Flasche 10–15-mal hintereinander zusammen und lass los, als würdest du pumpen: Das Mehl fällt in den Ballon und die Luft steigt in die Flasche.
1 Dreh die Flasche um: Der Ballon ist unten 2 Drück die Flasche 10–15-mal zusammen und lass los, wie beim Pumpen 3 Mach weiter, bis die Flasche fast leer und der Ballon schwer ist Prüfe: Am Ende muss die Flasche fast leer und der Ballon schwer und voller Mehl sein.Nimm den Ballon von der Flasche
Klopf mit der Hand gegen die noch umgedrehte Flasche, damit das restliche Mehl aus dem Hals rutscht, und kneif den Ballonhals direkt über dem Mehl zu. Halte ihn zugekniffen und zieh die Ballonöffnung vom Gewinde.
1 Klopf gegen die noch umgedrehte Flasche, damit das Mehl rutscht 2 Kneif den Hals über dem Mehl zu und zieh den Ballon vom Gewinde 3 Fertig ist die Mehlkugel; halte den Hals weiter zu Lass die Luft heraus Erwachsene
Deck die Ballonöffnung mit einem gefalteten Papiertaschentuch ab und halte es mit denselben Fingern fest, die den Hals zukneifen. Lockere den Griff ganz langsam, während du die Kugel mit der anderen Hand drückst: Die Luft entweicht durchs Taschentuch, das Mehl bleibt drin. Hör auf, wenn die Kugel weich ist und keine Luftblase mehr hat.
1 Deck die Ballonöffnung mit einem gefalteten Taschentuch ab 2 Lockere den Griff langsam und drück die Kugel: Die Luft entweicht 3 Hör auf, wenn die Kugel weich ist und keine Luftblase mehr hat Tipp: Mach das in einer großen Plastiktüte: Wenn etwas Mehl entwischt, bleibt es darin.Verknote den Ballon Erwachsene
Verknote den Ballonhals so nah wie möglich am Mehl mit einem einfachen, fest angezogenen Knoten. Schneide den überstehenden Hals ab und lass 1 cm über dem Knoten stehen.
1 Verknote den Hals so nah wie möglich am Mehl 2 Schneide den Rest ab, 1 cm über dem Knoten bleibt stehen 3 Drück fest: Es darf kein bisschen Mehl herauskommen Prüfe: Drück die Kugel kräftig: Durch den Knoten darf kein bisschen Mehl kommen.Schneide den zweiten Ballon zu
Schneide den Hals von Ballon 2 genau dort ab, wo er breiter wird (etwa 3 cm von der Öffnung). Es bleibt eine Latex-„Tüte“ mit einer Öffnung von etwa 15 mm.
1 Markiere den Schnitt an Ballon 2, wo der Hals breiter wird 2 Schneide den Hals mit der Schere ab 3 Es bleibt eine Latextüte mit etwa 15 mm Öffnung Tipp: Die Farbe des zweiten Ballons ist die, die man sieht: Such dir die aus, die dir am besten gefällt.Überzieh den Ball
Dehne die Öffnung von Ballon 2 mit den Fingern beider Hände (lass dir helfen) und steck den Ball mit der Knotenseite zuerst hinein. Schieb alles zurecht, bis die Öffnung genau gegenüber dem Knoten von Ballon 1 liegt.
1 Dehne die Öffnung von Ballon 2 mit den Fingern beider Hände 2 Steck den Ball mit der Knotenseite zuerst hinein 3 Zurechtschieben: Die Öffnung liegt genau gegenüber dem Knoten Prüfe: Wenn du den Ball drehst, sieht man den inneren Ballon nur durch die kleine Öffnung des äußeren, nie den Knoten.Dritte Schicht (optional)
Für einen Schulball, der monatelang hält, schneide den Hals eines dritten Ballons ab und überzieh den Ball noch einmal, mit der Öffnung dieser Schicht über dem Knoten von Ballon 1 (gegenüber der Öffnung von Ballon 2).
1 Schneide den Hals eines dritten Ballons ab und überzieh den Ball erneut 2 Öffnung von Ballon 3 über den Knoten, weg von der von Ballon 2 3 Fertig ist ein dreischichtiger Schulball Mal das Gesicht
Mal mit dem wasserfesten Filzstift ein etwa 4 cm breites Gesicht auf die Stelle ohne Öffnungen (mal die Ideen aus Vorlage B ab). Lass es 2 Minuten trocknen, ohne es zu berühren, damit die Farbe nicht verschmiert.
1 Mal ein etwa 4 cm großes Gesicht auf die Stelle ohne Öffnungen 2 Lass es 2 Minuten trocknen, ohne es zu berühren
Funktioniert es? Der Test
Drück den Ball 3 Sekunden mit der ganzen Hand, lass los und schau ihn an. Zieh ihn dann zwischen beiden Händen auseinander und drück mit einem Finger hinein.
Was passieren soll: Er muss sich ohne harten Widerstand zerdrücken lassen, den Fingerabdruck kurz behalten und, wenn du ihn 2–3 Sekunden zwischen den Händen rollst, wieder rund werden (≈ 7 cm). Nirgends darf Staub herauskommen.
Wenn etwas nicht klappt
- Das Mehl rutscht nicht von der Flasche in den Ballon — Feuchte Flasche (verklumptes Mehl) oder der Ballon hat Luft verloren und lässt keinen Hohlraum. Lösung: Klopf gegen die Flasche und pumpe durch Drücken und Loslassen. Ist sie feucht, fang mit einer trockenen Flasche und einem neuen Ballon von vorn an.
- Der Ball ist steinhart — Es ist Luft unter Druck drin geblieben oder für den Ballon ist zu viel Mehl drin. Lösung: Lass vor dem Verknoten mehr Luft heraus. Ist er schon verknotet, mach einen neuen mit 200 ml Mehl.
- Der Ballon platzt beim Aufstecken auf die Flasche — Kleiner oder billiger Ballon, oder er wurde vorher nicht weich gemacht. Lösung: Blas den Ballon vorher 2–3-mal auf und lass die Luft raus, und nimm gute 30-cm-Ballons.
- Aus dem Ball kommt feiner Staub — Winziges Loch im inneren Ballon oder schlecht angezogener Knoten. Lösung: Zieh die dritte Schicht mit der Öffnung über dem Knoten darüber. Kommt viel heraus, entsorge ihn in einer Tüte.
- Beim Luftablassen kommt eine Mehlwolke heraus — Der Griff wurde auf einmal gelockert. Lösung: Papiertaschentuch auf die Öffnung und ganz langsam lockern, in einer großen Tüte.
- Das Gesicht geht ab oder verschmiert — Filzstift auf Wasserbasis oder vor dem Trocknen berührt. Lösung: Nimm einen wasserfesten Filzstift und fass es 2 Minuten nicht an.
Sicherheit
- Ballons: Erstickungsgefahr für Kinder unter 8 Jahren, wenn sie sie in den Mund nehmen oder Stücke verschlucken. Ein Erwachsener bläst auf, passt auf und sammelt Stücke geplatzter Ballons sofort ein.
- Latexallergie: vorher fragen. Bei Allergie nicht mit Latexballons machen.
- Nicht mit den Zähnen zubeißen und nicht mit Stiften in den Ball stechen: Platzt er, verteilt sich das Mehl überall und kann die Augen reizen.
- Rohes Mehl: nicht essen. Wasch dir danach die Hände.
- Wenn der Ball platzt, wisch alles mit einem feuchten Tuch auf und puste den Staub nicht weg.
Die Wissenschaft dahinter
Für die Kinder
Der Ball hat zwei Geheimnisse. Das erste ist der Ballon: Er ist aus elastischem Gummi, und Gummi ist wie eine ganz weiche Feder, die zurück an ihren Platz will, wenn du sie ziehst. Das zweite ist das Mehl: Es besteht aus Tausenden winziger Körnchen. Wenn du drückst, rutschen die Körnchen übereinander wie Sand am Strand und lassen deine Finger einsinken. Wenn du loslässt, umarmt das Gummi das Mehl und macht es wieder rund.
Für Erwachsene
Latex ist ein Elastomer: Seine langen, verknäuelten und vernetzten Polyisoprenketten dehnen sich unter Krafteinwirkung und nehmen beim Loslassen durch einen entropischen Effekt ihre Form wieder an; es verträgt Dehnungen von 500–700 %, bevor es reißt. Mehl ist ein granulares Material (Partikel von 10–100 µm): Ohne Luft unter Druck können die Körner aneinander abgleiten, und die Masse verformt sich plastisch (behält den Abdruck), wie ein Fluid mit Fließgrenze. Die gespannte Ballonmembran übt einen kleinen, gleichmäßigen Druck aus, der die Masse beim Kneten wieder zur Kugel formt (die Form mit der kleinsten Oberfläche für ein gegebenes Volumen). Verknotet man ihn mit Luft darin, wird das Gas komprimiert und der Ball verhält sich wie ein aufgeblasener Ball (fest und elastisch, nicht formbar). Speisestärke hat feinere, kantigere Körner und fühlt sich fester und „knirschender“ an. Die doppelte Schicht verringert die Wahrscheinlichkeit, dass er platzt (zwei unabhängige Defekte nötig), und deckt die Schwachstelle am Knoten ab.
- Elastizität: Fähigkeit eines Materials, sich zu verformen und wieder seine Form anzunehmen, wenn man nicht mehr drückt.
- Latex: Naturgummi, aus dem Luftballons gemacht sind.
- granulares Material: Material aus unzähligen losen Körnchen, wie Sand oder Mehl.
- Verformung: Formänderung eines Gegenstands, wenn man ihn drückt oder zieht.
- Volumen: wie viel Platz etwas einnimmt; wird in Millilitern (ml) gemessen.
Nach Alter
- 5–7 Jahre: Der Erwachsene bläst den Ballon auf, steckt ihn auf, lässt die Luft heraus und verknotet ihn. Das Kind misst das Mehl mit der Tasse ab, pumpt die Flasche, hilft beim Überziehen der zweiten Schicht und malt das Gesicht.
- 8–10 Jahre: Sie machen alle Schritte zu zweit (einer hält die Flasche, der andere den Ballon). Der Erwachsene beaufsichtigt nur das Luftablassen und den Knoten.
- 11–12 Jahre: Sie planen das Experiment mit den 4 Füllungen mit Tabelle und Härteskala und berechnen die Schüttdichte jeder Füllung, indem sie 100 ml wiegen.
In der Gruppe oder in der Klasse
Zu zweit, eine trockene 500-ml-Flasche und ein Trichter pro Paar, 3 Ballons pro Kind. Vorher: Flaschen trocknen (am Vortag einsammeln und offen kopfüber stehen lassen), Mehlbehälter mit Messbecher und Tabletts auf 3–4 Tische stellen. 30 min: 5 min Vorführung, 15 Zusammenbau, 10 Gesichter und Vergleich. Halte einen Staubsauger oder Besen bereit und eine Tüte für geplatzte Ballons.
Challenges
- Mach einen Ball, der genau 100 g wiegt: Wie viel Mehl brauchst du?
- Bau einen Jonglierball, der wenig springt und nicht wegrollt (Tipp: Reis und 3 Schichten).
- Erfinde einen ei- oder birnenförmigen Ball mit einem länglichen Ballon.
- Mach eine Familie aus 3 Bällen mit 5, 7 und 9 cm und berechne für jeden das Füllvolumen (V = 4/3·π·r³).