Kleines Schattentheater
Ein Schattentheater aus einem großen Karton: Ein Fenster von 30 × 18 cm, mit Transparentpapier bespannt, dient als Leinwand, die Handy-Taschenlampe leuchtet von hinten, und Silhouetten aus schwarzem Fotokarton (Figuren am Stab und eine feste Kulisse) werden zu scharfen Schatten, die größer werden, wenn man sie von der Leinwand entfernt.
Was das Kind lernt
- Dass sich Licht geradlinig ausbreitet: Der Schatten ist die Lücke, die ein undurchsichtiger Gegenstand im Lichtstrahl hinterlässt, und er übernimmt seinen Umriss, nicht seine Farben oder inneren Zeichnungen.
- Dass die Schattengröße von den Abständen abhängt: Steht das Licht 60 cm von der Leinwand entfernt, wirft eine Figur direkt am Papier einen Schatten in ihrer Größe, und bei 20 cm Abstand wird der Schatten 1,5-mal so groß.
- Dass eine kleine Lichtquelle (die Handy-LED) scharfe Schatten gibt und eine große (Taschenlampe mit Reflektor, Lampe) unscharfe Ränder (Halbschatten).
- Dass Materialien undurchsichtig (Fotokarton), durchscheinend (Transparentpapier) oder durchsichtig (Kunststoff) sein können und wozu jedes im Theater dient.
- Eine Geschichte mit Anfang, Mitte und Ende nur mit Umrissen zu erzählen.
Vorher vorbereiten
- Drucke die Vorlagen der Silhouetten in 100 % (ohne „an Seite anpassen“) und prüfe mit einem Lineal, dass die rote Linie in der Kopfzeile 50 mm misst.
- Such einen Raum, den du abdunkeln kannst (Rollläden runter), und einen Tisch, auf den der Karton passt und 30 cm dahinter der Bücherturm mit dem Handy.
- Bei kleinen Kindern schneidest du Fenster, Rückwand und Innenrahmen des Kartons vorher selbst aus.
- Lade das Handy auf: Die Taschenlampe verbraucht Akku, und die Vorstellung bricht ab, wenn es mittendrin ausgeht.
- Halte ein Maßband für das Abstandsexperiment bereit.
Materialien und Werkzeuge
- Großer Karton — 1
eine Seite mindestens 40 × 30 cm und 25–35 cm tief (kleiner Umzugskarton, Karton für 5 Pakete Kopierpapier oder von einem kleinen Haushaltsgerät) - Transparentpapier (Pauspapier) — 1 A3-Blatt (420 × 297 mm)
90 g/m², oder 2 A4-Blätter, hinten mit Klebeband verbunden - Schwarzer Fotokarton — 2 A4-Bögen
180–300 g/m², undurchsichtig (gegen das Licht halten: Es darf kein Licht durchscheinen) - Schaschlikspieße — 7
Ø 3 mm, 25–30 cm lang; schneide die scharfe Spitze ab - Musterbeutelklammer — 1
für das Gelenk des beweglichen Arms - Klebeband — 1 Rolle
Paketband oder Malerkrepp (für den Karton) und dünnes durchsichtiges Klebeband (für die Silhouetten) - Bastelkleber (Weißleim) oder Klebestift — etwas
um die gedruckte Vorlage auf den Fotokarton und den Innenrahmen zu kleben - Handy mit Taschenlampe — 1
die Blitz-LED ist klein und gibt scharfe Schatten - Bücher oder ein Karton — für einen Turm von etwa 15 cm
um das Handy auf Höhe der Leinwandmitte abzustellen
Werkzeuge
- Cuttermesser und Metalllineal — Fenster, Rückwand des Kartons und Innenrahmen ausschneiden Erwachsene
- Schneidematte oder alter Karton — den Tisch beim Arbeiten mit dem Cuttermesser schützen
- Schere — die Silhouetten ausschneiden
- Kleine spitze Schere oder feines Cuttermesser — innere Aussparungen (Auge, Fenster, Burgtor) Erwachsene
- Bleistift, Lineal und Maßband — das Fenster anzeichnen und Lichtabstände messen
- Vorstecher oder spitzer Bleistift — das Gelenk des beweglichen Arms lochen Erwachsene
Teile und Vorlagen
- A · Kartonvorderseite mit Fenster ×1 — Wellpappe des Kartons selbst
- B · Innenrahmen (hält die Leinwand) ×1 — Wellpappe 3 mm (aus der ausgeschnittenen Rückwand)
- C · Leinwand ×1 — Transparentpapier 90 g (A3)
- D · Drache ×1 — schwarzer Fotokarton 200–300 g/m²
- E · Ritter ×1 — schwarzer Fotokarton 200–300 g/m²
- F · Prinzessin ×1 — schwarzer Fotokarton 200–300 g/m²
- G · Baum (feste Kulisse) ×1 — schwarzer Fotokarton 200–300 g/m²
- H · Burg (feste Kulisse) ×1 — schwarzer Fotokarton 200–300 g/m²
- I · Figur mit beweglichem Arm: Körper ×1 — schwarzer Fotokarton 200–300 g/m²
- J · Figur mit beweglichem Arm: Arm ×1 — schwarzer Fotokarton 200–300 g/m²
- K · Führungsstäbe ×7 — Schaschlikspieß Ø 3 mm
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Schritt für Schritt
Wähle die Seite und markiere das Fenster
Wähle die größte und glatteste Seite des Kartons als Vorderseite. Zeichne mit Lineal und Bleistift ein Rechteck von 300 × 180 mm, mit 50 mm Rand an jeder Seite, 40 mm oben und 80 mm unten.
1 Wähle die größte und glatteste Seite: Das wird die Vorderseite A 2 Zeichne 300 × 180 mm: 50 an den Seiten, 40 oben und 80 unten 3 Prüfe: Der untere Rand (80) ist doppelt so groß wie der obere Prüfe: Miss die vier Ränder: Der untere (80 mm) muss doppelt so groß sein wie der obere.Schneide das Fenster aus Erwachsene
Ein Erwachsener schneidet das Fenster mit Cuttermesser und Metalllineal auf einer Schneidematte aus. Schneide zuerst die langen Seiten und dann die kurzen, und zieh die Klinge 2–3-mal ohne Druck durch.
1 Schneide zuerst die langen Seiten (1 und 2), dann die kurzen (3 und 4) 2 Ein Erwachsener zieht den Cutter 2- bis 3-mal am Metalllineal entlang 3 Das Fenster ist offen, mit geraden Kanten Tipp: Leg einen alten Karton in den Karton hinter die Seite, die du schneidest, damit die Rückseite nicht aufreißt.Entferne die Rückwand des Kartons Erwachsene
Schneide die dem Fenster gegenüberliegende Seite (die Rückseite) ganz heraus und lass rundum einen 20 mm breiten Rand stehen, damit sich der Karton nicht verzieht. Heb das herausgeschnittene Stück auf: Daraus machst du Rahmen B.
1 Ein Erwachsener schneidet die Rückseite aus, 20 mm Rand bleiben 2 Nimm das Stück heraus und heb es auf: Daraus wird Rahmen B 3 Von hinten siehst du das ganze Fenster, beide Hände passen hinein Prüfe: Von hinten musst du das ganze Fenster sehen und beide Hände gleichzeitig hineinstecken können.Schneide den Innenrahmen aus Erwachsene
Zeichne auf das herausgeschnittene Stück ein Rechteck von 340 × 220 mm und darin mittig ein zweites von 300 × 180 mm (20 mm Rahmen). Ein Erwachsener schneidet beide mit dem Cuttermesser aus.
1 Zeichne 340 × 220 mm und mittig darin 300 × 180 mm 2 Ein Erwachsener schneidet beide Rechtecke mit Cutter und Lineal aus 3 Rahmen B: ein hohles Rechteck mit 20 mm Rand Bring die Leinwand an
Schneide das Transparentpapier auf 330 × 210 mm zu. Leg es innen im Karton auf das Fenster, mit 15 mm Überlappung an jeder Seite, und befestige es mit vier Stücken Klebeband an den Ecken; zieh dabei leicht, um es zu spannen.
1 Schneide das Transparentpapier auf 330 × 210 mm zu 2 Innen an jeder Ecke Klebeband aufkleben und nach außen ziehen 3 Von vorn hat das Papier keine Falten oder Beulen Prüfe: Von vorn betrachtet darf das Papier im Fenster keine Falten oder Beulen haben.Fixiere die Leinwand mit dem Rahmen
Gib Bastelkleber auf eine Seite von Rahmen B und drück ihn innen auf das Papier, sodass die Öffnungen übereinanderliegen. Halte ihn 10 Minuten mit Klammern oder Büchern fest. So ist das Papier eingeklemmt und straff, selbst wenn es Backpapier ist.
1 Gib Bastelkleber rundum auf eine Seite von Rahmen B 2 Drück ihn innen aufs Papier, Öffnungen deckungsgleich 3 Mit Büchern oder Klammern beschweren und 10 Minuten warten Tipp: Wenn es schnell gehen soll, klebe den Rahmen statt mit Kleber mit 8 Streifen Gewebeband fest.Bereite die Silhouetten vor Erwachsene
Klebe das bedruckte Blatt mit dem Klebestift auf den schwarzen Fotokarton (Bild zu dir) und schneide die 7 Teile (D–J: 6 Silhouetten plus der bewegliche Arm) an der Schnittlinie aus. Ein Erwachsener schneidet die inneren Aussparungen aus: Drachenauge und Burgfenster.
1 Klebe das bedruckte Blatt auf den schwarzen Fotokarton, Bild zu dir 2 Schneide jede Silhouette genau an der Linie aus 3 Ein Erwachsener schneidet die Aussparungen: Burgfenster und Drachenauge Tipp: Die Seite mit dem bedruckten Papier wird die Rückseite: Das Publikum sieht nur den Schatten.Bring die Stäbe an
Kürze 7 Schaschlikspieße auf 250 mm und entferne die Spitze. Klebe je einen an Drache, Ritter und Prinzessin, mit 2 Streifen Klebeband auf der bedruckten Seite, auf der Linie „Stab“: das obere Stabende am oberen Ende der Linie, damit er nicht über der Figur herausschaut. Unten sollen etwa 15 cm überstehen; schneide den Rest ab (die Stäbe werden 20–23 cm lang, der des Drachen etwa 20 cm).
1 Kürze 7 Stäbe auf 250 mm und entferne die scharfe Spitze 2 Stab mit 2 Streifen auf die bedruckte Seite kleben; 15 cm unten 3 Am Stab schütteln: Sie darf sich nicht drehen oder wackeln Prüfe: Halte die Figur am Stab und schüttle sie: Sie darf sich nicht drehen oder wackeln. Dreht sie sich, nimm einen dritten Streifen Klebeband.Baue den beweglichen Arm Erwachsene
Loche die Schulter des Körpers (I) und das runde Ende des Arms (J) mit einem Vorstecher. Verbinde sie mit der Musterbeutelklammer, den Arm nach hinten, und biege die Beinchen auf, ohne sie ganz festzudrücken. Klebe einen Stab an den Körper und einen an die Hand des Arms, wie in Schritt 8: nicht über das obere Ende der Linie „Stab“ hinaus, und beide sollen etwa 15 cm unter die Füße reichen.
1 Ein Erwachsener locht die Schulter von I und das runde Ende von J 2 Mit der Musterbeutelklammer verbinden, Arm hinten, nicht zu fest 3 Ein Stab an den Körper, einer an die Hand: Der Arm dreht sich frei Prüfe: Bewegst du den Stab des Arms, muss sich der Arm frei an der Schulter drehen, ohne dass sich der Körper bewegt.Klebe die Kulisse ein
Klebe innen im Karton den Baum G auf die linke Seite der Leinwand und die Burg H auf die rechte, vom Publikum aus gesehen (von innen, wo du stehst, ist der Baum rechts von dir und die Burg links), mit dem Fuß an der Unterkante des Fensters. Nimm hinter jedem 2 Stückchen gerolltes Klebeband.
1 Mach 2 Klebebandröllchen, Klebeseite außen, und setz sie hinten an 2 Von innen: Baum rechts von dir, Burg links 3 Von vorn: Baum links und Burg rechts Stell das Licht auf
Stell den Karton an die Tischkante, die Leinwand zum Publikum. Bau 30 cm hinter dem Karton (etwa 60 cm von der Leinwand entfernt) einen Bücherturm und leg das Handy mit eingeschalteter Taschenlampe in 17 cm Höhe darauf, auf die Leinwandmitte gerichtet.
1 Handy auf Büchern, 30 cm hinter dem Karton und 17 cm hoch 2 Im Dunkeln ist die Leinwand ganz und gleichmäßig beleuchtet 3 Siehst du einen Lichtkreis mit dunklen Rändern, rück das Handy weg Prüfe: Im dunklen Raum muss die Leinwand ganz und ziemlich gleichmäßig beleuchtet sein. Siehst du einen Lichtkreis mit dunklen Rändern, rück das Handy etwas weiter weg.Probe die Schatten
Mach das Licht im Raum aus. Halte jede Figur am Stab, die Hand unterhalb der Unterkante des Fensters, und leg die Figur ans Papier. Entferne sie dann 5, 10 und 20 cm und schau, wie der Schatten wächst.
1 Hand unterhalb des Fensters, Figur ans Papier legen 2 Entferne sie 5, 10 und 20 cm vom Papier: Der Schatten wächst 3 Anliegend: scharf und gleich groß. Bei 20 cm 1,5-mal größer Prüfe: Liegt sie am Papier an, muss der Schatten scharfe Ränder haben und genauso groß sein wie die Figur. Die Hände dürfen auf der Leinwand nicht zu sehen sein.Führe das Stück auf
Schreib mit den Kindern eine Geschichte in 3 Szenen (Einführung, Problem und Schluss) von 2–3 Minuten. Eins führt die Figuren von hinten, ein anderes erzählt oder spricht die Stimmen, und das Publikum sitzt 1–2 m vor der Leinwand.
1 Schreibt eine Geschichte in 3 Szenen: Einführung, Problem und Schluss 2 Eins führt hinten, eins erzählt; das Publikum sitzt 1–2 m entfernt 3 Lass den Drachen nahe am Licht auftreten und führ ihn ans Papier Tipp: Damit der Drache dramatisch „auftritt“, beginne mit ihm nahe am Licht (riesiger, unscharfer Schatten) und führ ihn ans Papier heran, bis er scharf wird.
Funktioniert es? Der Test
Halte im dunklen Raum, mit dem Handy 60 cm von der Leinwand entfernt, den Ritter direkt ans Papier und danach 20 cm davon entfernt. Miss von vorn mit einem Lineal die Höhe des Schattens.
Was passieren soll: Am Papier anliegend ist der Schatten genauso groß wie die Figur (13 cm) und hat scharfe Ränder. Bei 20 cm Abstand vom Papier misst er etwa 19–20 cm (1,5-mal so groß), und mit der Handy-LED bleiben die Ränder ziemlich scharf; mit einer großen Taschenlampe mit Reflektor werden sie deutlich unscharf (1 cm Halbschatten).
Wenn etwas nicht klappt
- Die Schatten sind unscharf, obwohl die Figur das Papier berührt — Große Lichtquelle (Taschenlampe mit Reflektor, Lampe mit Schirm) oder Licht zu nah. Lösung: Nimm den Handyblitz, stell ihn 60 cm oder weiter von der Leinwand entfernt auf und mach alle anderen Lichter aus.
- Man sieht Hände oder Arme auf der Leinwand — Das Licht steht zu tief oder die Hände kommen über die Unterkante des Fensters. Lösung: Stell das Licht auf Höhe der Fenstermitte (etwa 17 cm) und halte die Hände dicht am Tisch, unterhalb des 80-mm-Rands.
- Die Leinwand ist in den Ecken dunkel — Der Lichtkegel des Handys ist schmal und steht sehr nah. Lösung: Rück das Handy 10–20 cm weiter weg oder leg ein Blatt Transparentpapier als Diffusor vor den Blitz (die Schatten werden etwas weicher).
- Das Publikum sieht wenig Kontrast — Im Raum ist es hell, oder die Leinwand ist aus dickem Papier. Lösung: Lass die Rollläden herunter und nimm Transparent- oder Backpapier, das mehr Licht durchlässt als ein A4-Blatt mit 80 g.
- Die Silhouette erscheint grau oder mit Lichtflecken — Der Fotokarton ist nicht undurchsichtig. Lösung: Klebe zwei Lagen aufeinander oder nimm Karton einer Müslischachtel. Jede Farbe geht, solange kein Licht durchkommt.
- Der bewegliche Arm dreht sich nicht oder fällt ab — Die Musterbeutelklammer sitzt zu fest oder zu locker. Lösung: Biege die Beinchen auf, ohne sie plattzudrücken. Rutscht sie heraus, setz hinten eine Unterlegscheibe aus Fotokarton von 10 mm darunter.
Sicherheit
- Das Cuttermesser benutzt immer ein Erwachsener, mit Metalllineal und Schneidematte, und schneidet weg von der haltenden Hand.
- Entferne die scharfe Spitze der Schaschlikspieße, bevor du sie den Kindern gibst; kein Schwertkampf damit.
- Benutze im Karton keine Kerzen und keine Halogen- oder Glühlampen: Karton und Papier brennen. Die Handy-LED wird nicht heiß.
- Halte im abgedunkelten Raum den Weg frei und lass ein Flurlicht an, damit niemand über Kabel oder den Karton stolpert.
- Musterbeutelklammern sind Kleinteile: Bewahre sie außer Reichweite von Kindern unter 3 Jahren auf.
Die Wissenschaft dahinter
Für die Kinder
Licht läuft immer geradeaus, wie ein Pfeil. Wenn eine Figur aus Fotokarton im Weg steht, kann das Licht nicht hindurch, und auf dem Papier bleibt eine dunkle Lücke mit genau ihrer Form: der Schatten. Hältst du die Figur ans Papier, ist der Schatten gleich groß und sehr scharf. Hältst du sie näher ans Licht, verdeckt sie mehr Strahlen und der Schatten wächst, so wie deine Hand riesig wird, wenn du sie vor die Taschenlampe hältst.
Für Erwachsene
Licht breitet sich in einem homogenen Medium geradlinig aus; ein undurchsichtiger Gegenstand fängt die Strahlen ab, und sein Schatten auf der Leinwand ist die Zentralprojektion seines Umrisses von der Lichtquelle aus. Steht die Quelle im Abstand L von der Leinwand und die Figur im Abstand d vom Papier, ist die Vergrößerung M = L / (L − d): Bei L = 60 cm ergibt d = 0 M = 1; d = 20 cm ergibt M = 1,5; d = 40 cm ergibt M = 3. Eine Quelle der Größe s erzeugt einen Halbschatten der Breite ≈ s · d / (L − d): Mit der Handy-LED (s ≈ 4 mm) und d = 20 cm ist er 2 mm breit; mit einer Reflektor-Taschenlampe von 25 mm 12 mm. Deshalb nimmt man eine kleine, weit entfernte Quelle und hält die Figur nah am Papier. Transparentpapier ist durchscheinend: Es streut das durchfallende Licht in alle Richtungen, sodass das Publikum das Bild aus jedem Winkel sieht. Steht das Licht auf Höhe der Fenstermitte und sind die Hände unterhalb der Unterkante, fällt die Projektion der Hände unter das Fenster und wird vom Rand verdeckt.
- undurchsichtig: Material, das kein Licht durchlässt (Fotokarton, Holz).
- durchscheinend: lässt Licht durch, aber man kann nicht richtig hindurchsehen (Transparentpapier).
- Schatten: Bereich, den das Licht nicht erreicht, weil ein Gegenstand es verdeckt.
- Halbschatten: unscharfer Rand des Schattens, wo nur ein Teil des Lichts ankommt.
- Silhouette: Form einer Figur, nur an ihrem Umriss zu erkennen.
Nach Alter
- 5–7 Jahre: Der Erwachsene schneidet Karton, Rahmen und innere Aussparungen aus. Das Kind klebt das Papier ein, schneidet große, einfache Silhouetten aus (Baum, Prinzessin), klebt die Stäbe an und spielt. Im Mittelpunkt steht: „nah am Papier = klein und scharf; nah am Licht = groß“.
- 8–10 Jahre: Sie bauen alles außer den Cutterarbeiten. Sie entwerfen eine eigene Figur mit einem beweglichen Teil und schreiben ein Stück in 3 Szenen.
- 11–12 Jahre: Sie messen die Schattengröße bei verschiedenen Abständen, zeichnen das Diagramm und prüfen die Formel M = L / (L − d). Challenge: Figuren mit zwei Gelenken und Szenen mit farbigem Zellophan.
In der Gruppe oder in der Klasse
Teams aus 4–5 Kindern, ein Karton pro Team (5 Kartons für 25). Vor der Einheit schneidet der Erwachsene Fenster, Rückwände und Rahmen aus und bereitet die gedruckten Silhouetten vor. Einheit von 90 min: 10 min Vorführung des Abstandseffekts, 30 min Bauen (Leinwand + Silhouetten), 20 min Schreiben und Proben eines 2-Minuten-Stücks und 30 min Vorstellungen der Reihe nach bei abgedunkeltem Klassenzimmer. Ein Handy pro Team genügt, oder eine einzige starke LED-Taschenlampe für die Bühne der Vorstellung.
Challenges
- Mach eine Figur mit zwei Gelenken (Arm und Bein) und drei Stäben.
- Gestalte eine Szene mit einer Sonne oder einem Mond aus gelbem Zellophan, die am Himmel leuchten.
- Schaff es, dass eine Figur hinter der Kulisse vorbei in die Burg „hineingeht“.
- Mach einen Schatten, der beim Drehen der Figur seine Form ändert (ein Würfel, der von vorn wie ein Quadrat und von der Kante wie ein Strich aussieht).
- Film das Stück mit Musik und Titeln.